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Aktiv entspannen mit der ganzen Familie:

Vielfältige Angebote für Aktiv- und Familienurlaub in den Thüringer Städten

Sommerzeit, Ferienzeit! Das herrliche Wetter lockt nach draußen und lädt zu vielfältigen Unternehmungen im Freien ein. Da hat das schöne Thüringen natürlich allerhand zu bieten – denn wo sonst liegen Natur und Kultur so nah beieinander? In die Ferne schweifen ist also auch in diesem Fall ganz und gar nicht nötig – denn Groß und Klein werden sich beim Aktivurlaub in den Thüringer Städten oder den zahlreichen Freizeitangeboten gewiss nicht langweilen.

Jena SaaleHorizontale Wanderung, Blick auf Jena – (C) JenaKultur

Rucksack gepackt und los geht‘s: Spaziergänge, Stadtführungen und Wanderungen

Ein erster Einblick in das Zentrum einer Stadt gewinnt sich doch immer am besten zu Fuß. Wie wäre also beispielsweise ein Spaziergang über ein Teilstück des vollständig erhaltenen Stadtmauerrings ab dem Inneren Frauentor in Mühlhausen? Der Aufstieg zum Rabenturm wird mit einem Panoramablick über die Stadt belohnt. Unter dem Motto „Auf der Mauer, auf der Lauer“ können Familien eine Menge Stadtgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart auf kleinstem Raum entdecken. Die Altstadt mit ihren liebevoll restaurierten Fachwerk- und Bürgerhäusern, elf gotischen Kirchen und Museen hält aber auch darüber hinaus viele Entdeckungsmöglichkeiten bereit, wie sich in einer 1,5-stündigen öffentlichen Stadtführung erfahren lässt.

Wer die beliebtesten Helden aus deutschen Kinderserien treffen möchte, der kann in Erfurt einen besonderen Spaziergang unternehmen: Weil die Thüringer Landeshauptstadt Sitz des Kinderfernsehsenders KiKa ist, können Besucher beim gemütlichen Stadtbummel plötzlich der Maus und dem Elefanten gegenüberstehen, sich zum Eis essen neben den Sandmann setzen oder ein Selfie mit Pittiplatsch vor der Krämerbrücke schießen. In der Erfurt Tourist Information ist ein Kinderstadtplan erhältlich, mit dem sich die KiKA-Figuren finden lassen.

Angenehm kühl und schattig indes ist es an heißen Tagen in den Stadtwäldern. Die Rund-Wanderung durch den Altenburger Stadtwald ist mit einer etwaigen Dauer von 2,5 Stunden circa neun Kilometer lang.  Sehenswerte Einrichtungen auf der Strecke sind beispielsweise der Große Teich, der sogenannte Märchenbrunnen oder der Aussichtsturm „Bismarckturm“ am höchsten Punkt des Stadtwaldes. Im Mühlhäuser Stadtwald gilt es entlang verschiedener Wege, wie z.B. dem Lutherweg, Hainichlandweg, Mühlhäuser Landgraben und dem Pilgerweg Loccum-Volkenroda Flora und Fauna zu entdecken. Dabei sind die hier wachsenden Mammutbäume eine Attraktion. Die grüne Lunge Geras – so wird der Geraer Stadtwald genannt – lädt zum Wandern, Spazieren und Sport machen ein. Auf 1600 Quadratmetern verbirgt er viele Sehenswürdigkeiten, von den Schlossruinen des ehemaligen Schlosses Osterstein über verschiedene Denkmäler und Türme bis hin zur berühmten Kalten Eiche, einer freistehenden etwa 350 Jahre Stieleiche. Neben dem Lutherweg laufen viele Natur- und Walderlebnispfade durch den Stadtwald, die besonders für Familien mit Kindern ansprechend sind und auch der Geraer Tierpark ist dort eingebettet.

Wanderwege, aber auch Lehrpfade zu den verschiedensten Themen laden zu größeren Touren ein. Die waldreiche Hügellandschaft nahe Sondershausen ist mit ihrem gut ausgebauten Wegenetz ideal zum Wandern. Der Urwaldpfad Possen südlich von Sondershausen führt in ein 1000 Hektar großes, geschütztes Waldgebiet, das sich langfristig zu einem „Urwald von morgen“ entwickeln darf. Vier Erlebnispfade inspirieren in der Jenaer Umgebung zu abwechslungsreichen Wanderungen, auf denen sich jede Menge entdecken lässt. Auf dem SaurierPfad werden die schuppigen Urzeittiere mittels Augmented Reality „lebendig“. Kinder können unterwegs ein Saurierskelett ausgraben und an Infotafeln ihr Wissen über Saurier testen. Ebenso aufregend geht es auf dem WaldPfad „Schlauer Ux“ zu, wo das Füchslein Ux die Wandernden auf mehr als 20 interaktiven Stationen begleitet. Auch die Ritterzeit und die Schlacht Napoleons sind mit analogen und virtuellen Stationen an den Jenaer Originalschauplätzen erlebbar. So lässt sich auf dem Pfad der Ottonen bei Ziegenhain anhand von Augmented Reality und 360°-Panoramen das mittelalterliche Dorfleben um das Jahr 1000 via Smartphone nachempfinden. Von dort wandert es sich wunderbar zum Fuchsturm, der neben Landgrafen und Napoleonstein, Jenzig, Lobdeburg und Kunitzburg zu den prominenten Aussichtspunkten rund um die Lichtstadt zählt. Auf der SaaleHorizontale und Jenas anderen stadtnahen Wanderwegen lassen sich derer aber noch viele weitere entdecken.

Japanischer Garten Bad Langensalza – (C) Jens Hauspurg

Waldabenteuer für die ganze Familie bietet der Baumkronenpfad bei Bad Langensalza mit dem Eventrucksack „Waldentdecker“. Ausgerüstet mit diesem handlichen Rucksack werden Kinder zum Waldabenteurer und lernen den Lebensraum Wald auf spielerische Art kennen. Die urwüchsige Natur rund um den Baumkronenpfad bietet dafür den perfekten Rahmen. Der Eventrucksack ist gefüllt mit allem, was für das Abenteuer nötig ist. Dazu zählen eine geführte Audiotour, Stempel, Lupen, Wissenskärtchen, Stifte usw. Ein kleiner Lautsprecher erklärt alle Aufgaben und leitet durch die gesamte Tour. Die Waldentdecker dürfen beispielsweise rätseln, auf Spurensuche gehen, schnitzen, Fährten lesen und Naturkunstwerke basteln.

Die Stadt Suhl als derzeit größter „Staatlich anerkannter Erholungsort“ Deutschlands bietet auch während der Sommermonate vielfältige Freizeitaktivitäten für alle Altersgruppen an. Über 450km Wanderwege allein auf Suhler Gebiet mit thematischen Angeboten sowie die beliebten Familienangebote im Tierpark, Planetarium/Sternwarte, Besucherbergwerk, Cineplex-Kino und Museen, wie Fahrzeugmuseum und Waffenmuseum bieten erlebnisreiche Aufenthalte.

Ein Waldspaziergang ist erholsam für Körper und Seele und fördert die Gesundheit. Das ist im Luftkurort Stützerbach bei Ilmenau schon lange bekannt. Der traditionsreiche Kneipp-Kurort liegt mitten im Unesco-Biosphärenreservat Thüringer Wald, nah am berühmten Fernwanderweg Rennsteig. Unter dem Motto „Draußzeit“ gibt es neue Rundwege mit abwechslungsreichen Anregungen zum Entschleunigen in der Natur: Am „Dr. Wald Weg“ etwa laden Impulsstationen undHimmelsliegen die Wanderer dazu ein, den Blick schweifen zu lassen und zu entspannen. Der „AtemWeg“ verbindet Atem- und Kneippübungen mit Meditation und Waldbaden.

Ilmenau Dr. Wald Atementspannung – (C) Stadtverwaltung Ilmenau

Mit dem Rad durch die Lande

Wer Land und Leute lieber auf zwei Rädern erkundet, dem wird es ebenso nicht langweilig im Thüringer Sommer. Denn das Radwegenetz ist nicht nur umfangreich ausgebaut, sondern bietet Abwechslung für alle Generationen. Radwege, wie der Unstrutradweg und der Unstrut-Werra-Radweg veranlassen Gäste in der mittelalterlichen Reichsstadt Mühlhausen zu Verweilen. Tagesgäste können die Stadt bequem zu Fuß ohne Rad und Gepäck besuchen. Eine sichere Abstellmöglichkeit ist gegen ein kleines Entgelt inmitten der Altstadt im Hotel „Brauhaus zum Löwen“ möglich. Ein Ausflug zum Schwanenteich mit dem nahegelegenen Brunnenhaus Popperode ist in den Sommermonaten immer eine Empfehlung wert.

Mit dem Rad auf Erkundungstour rund um Sondershausen oder auf der überregionalen Trasse der ehemaligen „Kyffhäuserbahn“ dem Lauf der Wipper folgen und die schöne Landschaft zwischen den Höhenzügen der Wind- und Hainleite genießen – hierfür steht der Radweg „Rund um Sondershausen – RuS“ zur Verfügung, eine 47 Kilometer lange Rundstrecke, auf der man zahlreiche Sehenswürdigkeiten besuchen und eindrucksvolle Ausblicke über die Musikstadt genießen kann.

Auch Erfurt ist hervorragend als Ausgangspunkt für eine Radtour geeignet. Wer selbst kein Rad besitzt, für den bietet die Erfurt Tourismus und Marketing GmbH E-Bikes und Tourenräder zum Verleih an. Durch die Stadt führen gleich drei überregionale Radwege. Weitere knüpfen an und lassen sich zu individuellen Touren verbinden. Der Gera-Radweg beginnt im Thüringer Wald, unmittelbar am Rennsteig. Auf rund 75 Kilometern entlang der Gera erwartet Aktivurlauber eine vielgestaltige Landschaft, wobei am Wege liegende Stätten der Kultur und Geschichte für abwechslungsreiche Erkundungen sorgen. Wenige Kilometer nördlich von Erfurt in Gebesee mündet der Gera-Radweg in den Unstrutradweg. Der Radring Erfurt lädt ein auf 110 Kilometern und acht Abschnitten die Thüringer Landeshauptstadt zu umrunden und in das ländliche Idyll der Landkreise Sömmerda, Weimarer Land, Ilm-Kreis und Gotha einzutauchen. Der Nessetalradweg wiederum führt entspannt von Erfurt nach Eisenach. Die „Radwege zu Luther“ erlauben es, die Wirkungsstätten des Reformators zu erkunden.

Nördliche Geraaue Auenteich Erfurt, Drohnenaufnahme
– © Stadtverwaltung Erfurt

Der Radfernweg Thüringer Städtekette verbindet sieben der schönsten Thüringer Städte, von Eisenach über Erfurt und Gera bis Altenburg, und führt ebenso durch landschaftlich reizvolle Gegenden. Von Altenburg aus führen verschiedene Touren ins Altenburger Land.

Der Saaleradweg präsentiert sich südlich und nördlich von Jena familienfreundlich mit sanften Steigungen entlang des Flusses. Durch drei der schönsten Täler des Saalelands führt der Thüringer Mühlenradweg, auf dem über 20, meist ehemalige Wassermühlen zu sehen sind. Auf geschichtsträchtigen Pfaden verläuft der Napoleon-Radweg von Jena nach Auerbach. Zusammen mit dem Kirchenradweg, der die Jenaer Stadtkirche St. Michael und die Klosterkirche Thalbürgel verbindet, verfügt die Jenaer Umgebung über ein exzellent ausgebautes Radroutennetz.

Auf einen anderen Trend setzt Saalfeld. Hier kommen Mountainbiker und Fans von anspruchsvollen Strecken auf ihre Kosten. Die abwechslungsreiche Landschaft mit ihren steilen Gebirgshöhen, romantischen Flusstälern und weiten Wäldern bietet beste Voraussetzungen, um sich zu einer Top-Destination für Mountainbiker zu entwickeln. Unter dem Namen „FEEN-Bike-Paradies Saalfeld“ finden sich zahlreiche Routen-Tipps, teils von Mountainbike-Profi Andreas Albrecht, teils von der Saalfelder Mountainbike-Community. Die Touren sind zwischen 23 und 53 Kilometer lang und mit bis zu 1200 Höhenmetern mittelschwer bis schwer. Von Saalfeld aus führen sie auf die Saalfelder Höhe, ins Schwarzatal, zum Hohenwarte-Stausee und weiteren attraktiven Zielen. Hier finden sowohl Hobby-Radsportler und Familien als auch Mountainbiker und Profis viele Strecken, die ihren Ansprüchen gerecht werden.

Biketour am Stausee Saalfeld – (C) Adrian Seeber

Ab ans Wasser!

Wie könnte es nun aber ein gelungener Sommer werden ohne einen Sprung ins kühle Nass? Ob Badesee, Freibad oder Erlebnisbad – die Thüringer Städte haben das Rundum-Sorglos-Paket im Angebot. Sondershausen hat gleich drei Möglichkeiten zu bieten: das Bergbad Sonnenblick sowie das Freibad Großfurra und das Naturresort Bebraer Teiche. Letzteres bietet als eines der größten Naturbäder Thüringens die Möglichkeit zu schwimmen, aber ebenso eine Runde mit den Ruder- oder Tretbooten zu fahren und sich im Stand-up-Paddling zu versuchen. Beach-Volleyball, Bocchia und Tischtennis gehören ebenso zum Angebot. Es ist die Kombination aus Sport, Badespaß, Gastronomie und dem Erlebnis Natur, die den Aufenthalt auf dem 12 Hektar großen Areal so besonders machen. Für Übernachtungen stehen Ferienhäuser und Bungalows für drei bis sechs Personen zur Verfügung.

Erfurts größtes Freibad, das Nordbad, befindet sich inmitten des neugestalteten Nordparks. Schwimmbereiche für alle Altersgruppen sowie eine umfangreiche Ausstattung, von Massagedüsen bis Sprungbrett, Rutschen und Volleyballplätzen laden gleichermaßen zur sportlichen Betätigung und zum Entspannen ein. Das Freibad Stotternheim präsentiert sich mit Strandkörben am feinen Sandstrand und Liegewiesen sowie einem FKK-Bereich. Eine besondere Attraktion ist das große Kleinkinderbecken mit Wasserrutsche sowie der benachbarte Kinderspielplatz. Am Nordstrand dreht sich alles um die aktive Freizeitgestaltung.  Möglichkeiten zum Schwimmen, Beachvolleyball und -soccer, Angeln, Tauchen oder Wasserski verheißen einen abwechslungsreichen Sommertag.

Schleichersee und Ostbad bringen in Jena Abkühlung. Nicht nur bei strahlendem Sonnenschein, sondern wetterunabhängig und ganzjährig für Badespaß sorgt das Erlebnisbad Galaxsea. Es bietet Wellen- und Erlebnisbecken, einen Kleinkindbereich, aber auch einen Außenbereich und Röhrenrutschen – Langeweile hat hier keine Chance.

Wassersportler, die eher trockenen Fußes bleiben wollen, kommen ebenfalls in Jena auf ihre Kosten. Einfach mal die Perspektive wechseln und die Stadt und ihre Umgebung von der Saale aus anschauen, lohnt sich. Vom Paradies-Volkspark aus lassen sich Kajak, Schlauchboot oder Stand-up Paddle stundenweise oder für eine Halb- oder Ganztagstour ausleihen. Die attraktive Route auf der Saale flussabwärts ist ein Spaß für die ganze Familie. Nördlich der Stadt geht es über 15 km und 11 Ein- und Ausstiegen vorbei an Weinbergen und mittelalterlichen Burgen. Linkerhand thronen die berühmten Dornburger Schlösser hoch über der Saale.

Etwas gediegener, aber nicht minder vergnüglich ist eine Tour auf dem Großen Teich in Altenburg mit Tret- oder Ruderboot – vorbei an der Wasserfontäne und einmal um den Inselzoo herum.  Dieser ist an sich schon eine Attraktion – ist er doch in Westeuropa der einzige Zoo, der sich auf einer Insel inmitten eines Teiches in einer Stadt befindet. Am 5. August wird hier wieder das Inselzoofest gefeiert.

Für alle Wasserfreunde bietet Suhl das beliebte Ottilienbad sowie 3 Freibäder in den Ortsteilen Goldlauter-Heidersbach, Dietzhausen und Schmiedefeld.

Kurzweiliger Ferienspaß garantiert

Ob nun bei einer Wanderung, mit dem Rad oder auch auf dem Wasser einmal in den Thüringer Städten angekommen, lohnt auch ein Ausflug zur ein oder anderen Sehenswürdigkeit oder Freizeitmöglichkeit. Vor allem, aber nicht nur während der Ferien, gibt es hier und da noch ganz spezielle Angebote. Die Stadt Jena hat für die Sommerferien wieder eine Ferienbroschüre herausgegeben, in der ein abwechslungsreiches Programm für Kinder zwischen 6 und 16 Jahren zusammengestellt ist. Ob sportlich, kreativ oder wissbegierig – für alle Interessen ist etwas dabei.

Die Geraaue in Erfurt wurde im Zuge der Bundesgartenschau 2021 neu gestaltet und bietet nun eine Fülle an einladenden Erholungs- und Sportmöglichkeiten für jedes Alter. Anlagen wie das Baseballfeld und die Turnhalle existierten bereits, wurden jedoch attraktiver gestaltet und in die Umgebung eingebunden. Der südliche Bereich wurde mit dem Auenteich, einem Wassertretbecken und etlichen Spielplätzen vollkommen neu ausgestaltet.

In der Zitadelle Petersburg können große und kleine Entdecker in die faszinierende Geschichte der Festungsanlage eintauchen und erfrischende Momente in jahrhundertealten Gemäuern erleben. „Komm, lass uns die Festung erkunden“ heißt es stets um 10 Uhr. Gemeinsam mit den PädagogInnen der Kinder-Werkstatt geht es für Kinder ab 5 Jahren auf eine Zeitreise über das Gelände der Zitadelle und hinein in die interaktive Ausstellung zur Geschichte der Stadtkrone. Bei der Nachmittagsführung „Fast verschwundene Geschichte – das Leben der Mönche auf dem Petersberg“ begeben sich Jung und Alt auf die Spuren des ehemaligen Klosterlebens.

Eine Zeitreise ermöglicht ebenso das Schlossmuseum Sondershausen mit seiner Dauerausstellung zur Geschichte des Hauses Schwarzburg, aber auch einer regionalgeschichtlichen Abteilung sowie zu den städtischen Traditionen.  Ein Audioguide speziell für Kinder macht die Exposition auch für die Jüngsten interessant und verständlich.

In Altenburg bietet die interaktive Kartenmacherwerkstatt verschiedene Mitmach-Möglichkeiten an. Beim Angebot für Beobachter erhalten die Besucher eine einstündige Führung durch die Spielkartensammlung mit Vorstellung der Werkstatt und einer Druckvorführung. Als Praktiker gehen Gäste 90 Minuten lang beim „Meister“ in die Lehre: Nach einer kurzen Einführung geht es direkt an die Erstellung eines Hochdrucks. Richtig kreativ wird es beim Angebot für Alleswisser, das rund drei Stunden dauert. Die Teilnehmer stellen in der Medienwerkstatt digital und mithilfe eines 3D-Druckers ihr eigenes Spielkartenmotiv als Druckplatte her. Diese wird dann in traditioneller Weise in der Werkstatt gedruckt.

Altenburg Kartenmacherwerkstatt
– (C) Simon Büttner

Im Mauritianum hingegen kreucht und fleucht es. „Wir basteln eine Insektenparade“ heißt es dort am 2., 9. und 16. August jeweils von 9 bis 11 Uhr. Mit Hilfe der Insektensammlung des Naturkundemuseums können die Teilnehmer die Formen- und Farbvielfalt der kleinen Tiere beobachten und im Anschluss selbst einen Flügel, Fühler, Beine und Körper gestalten und so eigene Phantasieinsekten basteln. Am 3. August steht die Brennnessel im Fokus der Aufmerksamkeit. In einem Workshop wird sie genau untersucht und ein leckeres Mittagsmahl aus ihr zubereitet. Aus ihren Fasern wird ein Armband gesponnen.

In Bad Langensalza gibt es 3D-Fotospaß für die ganze Familie! Im Japanischen Garten, Rosengarten und auf dem Baumkronenpfad haben Sie die Möglichkeit, auf eine 3D-Fototour zu gehen und ein Foto mit virtuellen Waldbewohnern in den Baumkronen oder virtuellen Krabbeltieren im Japanischen Garten und Rosengarten zu machen. Das ist eine großartige Gelegenheit für Familien, gemeinsam die Natur zu erkunden und Erinnerungen für die Ewigkeit festzuhalten. Stellen Sie sicher, dass Sie Ihre Handys bereit haben und bereiten Sie sich auf ein unterhaltsames und unvergessliches Erlebnis vor!

Bei Action und Abenteuer wird’s auch rasant

Thüringen kann aber auch actionreich. Die Skate-Arena in Sondershausen lädt Kinder und Erwachsene jeden Alters ein. Mit attraktivem Bowl-Bereich, verschiedenen Hips, Wallride, Miniramp und Streetbereich bietet sie alles, was das Skater-Herz begehrt. Dort kann man sowohl mit eigenen Fahrgeräten wie Roller, BMX oder Inlineskates fahren oder auch ganz unkompliziert etwas ausleihen. In der Halle gibt es auch einen Indoorspielplatz mit vielseitigem Parcours.

Die Speedride Sommerrodelbahn auf dem Straußberg bietet eine Abfahrt mit 760 Metern Länge, fünf Steilkurven und 44 Meter Höhenunterschied. Der angrenzende Wildlife Park mit Berberaffen, Kattas, Schwarzweißen Varis und Bennettkängurus, die sich in einem vier Hektar großen Freigehege tummeln, bietet ebenso Spaß für die ganze Familie. Übernachten kann man im Ferienpark Feuerkuppe mit acht modern eingerichtete Häusern und 42 Bungalows. Geboten wird ein großes Freizeit- und Sportangebot, dessen Highlights das hauseigene Freibad, der höchste Kletterturm Thüringens, ein Kino und die Erlebnishalle sind.

Großer Beliebtheit erfreut sich der Freizeit- und Erholungspark „Possen“ mit zahlreichen Tiergehegen, großer Hüpfkissenlandschaft, Ponyreiten sowie Indoor- und Abenteuerspielplatz. Ein Hochseilgarten lädt Mutige auf mehreren Ebenen zum Balancieren, Klettern und auf den Big Swing ein. Im Kinderklettergarten können die Kleinen ab circa drei Jahren, von schützenden Netzen umgeben, ihre Kletterkünste unter Beweis stellen. Das großzügig angelegte Bungalowdorf lädt zum Übernachten und Verweilen ein. Der Possenturm – mit 44,80 Metern Höhe größter Fachwerkturm Europas – ist Wahrzeichen und Aussichtsturm zugleich.

Einmal in die Grube einfahren ist für Kinder ab 10 Jahren im Erlebnisbergwerk Sondershausen möglich. Im geheimnisvollen Labyrinth gibt es nicht nur imposante Abbau- und Fördertechnik zu erleben. Für jede Menge Spaß sorgen Tunnelrutsche, Kegelbahn und Kahnfahrten auf dem unterirdischen Salzsee.

Gartenbau und Sternenschau – die Klassiker

„Immer wieder schön“ – auch von dieser Sorte gibt es in den Thüringer Städten reichlich Angebote. So wird ein Besuch im egapark Erfurt jedes Mal auf Neue seinen Reiz haben, gilt dieser doch als das bedeutendste Gartendenkmal der 1960er Jahre in Deutschland und gehört zu den wichtigsten Zeugnissen der Gartenarchitektur dieser Zeit. Zu den Anziehungspunkten gehören unter anderem das größte ornamental bepflanzte Blumenbeet Europas, der Rosengarten, der Japanische Fels- und Wassergarten, die Gräser- und Staudengärten, der größte Spielplatz Thüringens mit Kinderbauernhof und Wasserareal, der Skulpturengarten mit Plastiken namhafter Künstler und die historische Cyriaksburg mit dem Deutschen Gartenbaumuseum. Mitten im egapark steht Danakil, das weltweit erste Wüsten- und Urwaldhaus seiner Art. Hier treffen zwei Klimazonen in einem gewaltigen Gebäude aufeinander.

Der Klassiker in Jena ist wohl ein Besuch im Zeiss-Planetarium. Angesichts der modernen Projektionstechnik und des überzeugenden Sounds ist es kaum zu glauben, dass es bald seinen 100. Geburtstag feiert. Es ist das dienstälteste Projektionsplanetarium der Welt! Wie im Raumschiff auf einer Reise durchs Universum fühlt es sich an, wenn in der Kuppel des Planetariums der nächtliche Sternenhimmel erscheint und die Expedition ins Weltall beginnt. Auch die unterhaltsamen Familienprogramme wie „Die Olchis“ oder „Das Geheimnis der Bäume“ sind beliebt. Die Jüngsten schauen im „Zauberriff“ fasziniert in die Unterwasserwelt, eine Dinosauriershow führt die Kinder in längst vergangene Zeiten, als die großen Echsen die Erde beherrschten. Die Imaginata wiederum lädt seit 1999 zur Erkundung naturwissenschaftlicher Phänomene ein und spricht auf unterschiedlichste Weise alle unsere Sinne an.

Ob bei all diesen Angeboten die verbliebene Ferienzeit ausreicht? Wahrscheinlich nicht – aber zum Glück sind die meisten Attraktionen auch außerhalb des Sommers zu erleben. Ein Blick auf die Internetseiten der Städte gibt weitere Orientierung, nennt Ansprechpartner und hält sicher noch den ein oder anderen zusätzlichen Tipp bereit.

Beitragsbild: Petersberg Erfurt – (C) ETMG